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Wednesday, August 10, 2022

Ein Leitfaden zu Erbschaft und Nachlass in Deutschland

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Nach deutschem Recht kann der Erblasser bestimmen, wer ihm in seinem Testament nachfolgt. Obwohl sie ein erhebliches Maß an Freiheit bei der Bestimmung ihrer Erben haben, haben Erblasser keine vollständige Kontrolle über den Prozess.

Testamente in Deutschland
Durch die Gestaltung eines Testaments kann der Erblasser steuern, wie sein Vermögen nach seinem Tod aufgeteilt werden soll. Testamente erlauben es dem Erblasser, Nicht-Verwandte zu seinen Erben zu ernennen und ihnen zu gestatten, bestimmte Vermögenswerte oder Liegenschaften zweckgebunden vorzusehen, sofern die Voraussetzungen des Pflichtteils eingehalten werden (dazu später mehr).

Die Gestaltung eines Testaments in Deutschland bedeutet jedoch, dass der Einzelne die Anforderungen des deutschen Rechts kennen muss. Zu diesen Bedingungen gehört, dass die Person über 16 Jahre alt und geschäftsfähig sein muss, um ein Testament zu errichten. Bei der Rechtsfähigkeit wird festgestellt, ob sie über die erforderliche geistige Leistungsfähigkeit verfügen – eine Person mit einer pathologischen psychischen Störung kann diese erforderliche Stufe möglicherweise nicht erreichen. Außerdem muss das Testament handschriftlich verfasst werden. Ein auf einem Laptop oder einem anderen Computer verfasstes Testament wird die erforderlichen Standards nicht erfüllen.

Die sicherste Testamentsform in Deutschland ist das notarielle Testament. Das notarielle Testament beinhaltet die individuelle Beratung durch einen im deutschen Erbrecht versierten Rechtsanwalt zur Errichtung des Testaments. Diese Fachleute stellen sicher, dass das Testament den gesetzlichen Anforderungen nach deutschem Recht entspricht. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Erbschaft nicht wie vom Erblasser gewünscht durchgeführt wird.

Angenommen, Ihr Testament wurde im Ausland errichtet und betrifft Vermögenswerte oder Liegenschaften mit Sitz im Ausland. Auch in diesem Fall lohnt es sich, einen deutschen Anwalt für Erbrecht zu konsultieren, da einige unbeabsichtigte Folgen auftreten können. Um die Staatsangehörigkeit und den Aufenthaltsstatus des Einzelnen können Grauzonen entstehen, die dazu führen können, dass nach dem Tod deutsches Erbrecht gilt, auch wenn der Einzelne dies nicht gewollt hat.

Dies bedeutet nicht, dass der Einzelne ein zweites deutsches Testament erstellen muss, aber er sollte sich mit einem Anwalt beraten, um sicherzustellen, dass sein Testament so ausgeführt wird, wie er es beabsichtigt hat.

Gesetzliche Erbfolge nach deutschem Recht
Stirbt eine Person, ohne ein Testament zu errichten, sieht das Konzept der gesetzlichen Erbfolge vor, dass die nächsten Verwandten als direkte Erben gelten. Kinder und Enkelkinder sind die unmittelbarsten Verwandten, während Eltern, Geschwister und Nichten oder Neffen zur sogenannten „zweiten Erbengruppe“ gehören. Onkel, Tanten, Cousins ​​und entferntere Verwandte werden in eine dritte Gruppe eingeordnet.

Dieses System funktioniert auf der Grundlage, dass, wenn der Verstorbene Kinder hat, diese an erster Stelle stehen, um eine Erbschaft zu erhalten. Wenn die Kinder des Verstorbenen vor ihnen starben, gehen die Kinderrechte des Verstorbenen auf die Enkel des Verstorbenen über. Ist der Verstorbene kinderlos verstorben, so kommen als nächstes seine Eltern oder Geschwister in Frage.

Die Ansprüche des Ehegatten des Verstorbenen hängen davon ab, welche Gruppe geerbt hat. Gibt es Erben der ersten Kategorie (Kinder oder Enkelkinder), steht dem Ehegatten des Erblassers ein Viertel der Erbschaft zu. Ist der Anspruch jedoch in die zweite Gruppe übergegangen, kann dem Ehegatten die Hälfte des Nachlasses zustehen. Zu beachten ist, dass auch das Vorliegen eines Ehevertrages (oder dessen Fehlen) einen erheblichen Einfluss auf die Erbrechte des Ehegatten nach deutschem Recht haben wird.

Der Pflichtteil der Erbschaft (Pflichtteil)
Nach deutschem Erbrecht muss der Erblasser seinen direkten Familienangehörigen einen Mindestbetrag hinterlassen. Dies ist der sogenannte Pflichtteil. Pflichtteilsberechtigt sind Ehegatten, Kinder (auch Adoptivkinder) und Enkel (sofern die Kinder des Erblassers vorverstorben sind). Jeder Pflichtteilsberechtigte kann Anspruch auf einen Anteil am Nachlass erheben.

Der Pflichtteil beträgt genau die Hälfte des Pflichtteils; Wenn also den Kindern des Erblassers im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge die Hälfte des Erbes zustünde, stünde ihnen im Rahmen des Pflichtteils ein Viertel des Nachlasses zu.

Die Mitglieder dieser Gruppe kann ein Erblasser nicht aus seinem Testament ausschreiben, und sie dürfen ihren Anteil am Erbe nicht unter das gesetzliche Mindestmaß reduzieren, es sei denn, es liegen schwerwiegende Gründe dafür vor. Als schwerwiegende Gründe gelten hier strafbare Handlungen wie Attentate auf das Leben des Erblassers oder des Ehegatten des Erblassers, Freiheitsstrafe wegen schwerer Straftaten und Unterbringung in einer psychiatrischen Anstalt wegen einer Straftat. Ein kompliziertes familiäres Verhältnis ist kein ausreichender Grund, um Familienmitglieder in direkter Familienlinie zu enterben.

Pflichterbberechtigte können jedoch auf ihr Erbrecht verzichten. Wenn zum Beispiel die Beziehung zwischen dem Erblasser und seinen Kindern angespannt oder kompliziert war, konnte das Kind wählen, p

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